Die farbigen Bronzestatuen der Griechen: Kunst und Technik
23.11.2025 – 31.5.2026 | Sonntags 11 bis 16 Uhr
Die heutige Vorstellung von griechischer Skulptur ist vor allem durch Werke aus Marmor geprägt. In der Antike war dies jedoch anders: Seit dem 5. Jahrhundert vor Christus waren frei aufgestellte Statuen überwiegend aus Bronze gefertigt. Doch ist nur ein winziger Teil dieser Statuen dem Metallhunger späterer Epochen entgangen. Die allermeisten wurden in nachantiker Zeit eingeschmolzen, um aus der Bronze etwas anderes herzustellen. Vier der berühmtesten griechischen Bronzestatuen, die nicht zerstört wurden, werden in dieser Ausstellung präsentiert, und zwar in materialgetreuen modernen Rekonstruktionen. Sie wurden unter wissenschaftlicher Leitung von Prof. Vinzenz Brinkmann und Dr. Ulrike Koch-Brinkmann an der Liebieghaus Skulpturensammlung in Frankfurt am Main erstellt. Damit wird der Forschungsansatz der international außerordentlich erfolgreichen Wanderausstellung „Bunte Götter“, die die Farbigkeit der antiken Marmorskulptur zum Thema hatte, auf die Bronzeplastik ausgeweitet. Die nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und mit großem technischen und handwerklichen Aufwand hergestellten Bronze-Rekonstruktionen stehen im Mittelpunkt der Ausstellung. Ergänzt werden sie durch Göttinger Gipsabgüsse anderer berühmter griechischer Bronzestatuen. Diese Abgüsse sind z. T. bemalt, um das heutige, schwärzlichgrünliche Erscheinungsbild der weit über 2000 Jahre alten Originale wiederzugeben. Die vier Bronze-Rekonstruktionen hingegen versuchen einen Eindruck davon zu vermitteln, wie eine frisch aus der Werkstatt gekommene Bronzefigur ausgesehen haben könnte. Alle vier Statuen wurden in den letzten Jahren gründlich mit naturwissenschaftlichen Methoden untersucht. Dadurch haben sich neue Erkenntnisse zur Herstellungstechnik, aber auch zur Datierung und zu möglichen Produktionsorten ergeben. Auch die inhaltliche Deutung der Werke wird intensiv diskutiert. Die hier gezeigten Rekonstruktionen sind Vorschläge zu der heftig umstrittenen Frage, wen die Statuen darstellen und wie sie ursprünglich aufgestellt waren.